Das bild wurde uns von Photo Sliasthorp in Schleswig zur Verfügung gestellt.

Pastorin Kerstin Popp
Bahnhofstr.3
24850 Schuby

Tel.: 04621 / 4840050
email: popp@schuby.kkslfl.de

Liebe Gemeinde,
gehören Sie auch zu denen, die an ihrem Urlaubsort Kirchen besuchen? Jesus hat ja seinen Jüngern versprochen: „In meines Vaters Haus gibt es viele Wohnungen“. Daran muss ich denken, wenn ich wieder einmal eine fremde Kirche betrete, denn es ist erstaunlich, welche Vielfalt es da gibt.
Hab ich eine gesehen, hab ich alle gesehen – das ist ganz und gar nicht der Fall. Es gibt immer wieder etwas zu entdecken.
Wie gehen Sie vor, wenn Sie eine unbekannte Kirche betreten? Gehen Sie gleich den Hauptgang hinunter und beschauen sich den Altar? Oder bleiben Sie hinten stehen und lassen das ganze Gebäude erstmal auf sich wirken?
Ich schaue mich am liebsten um, gehe ganz langsam nach vorne. Schaue dabei hinauf zu den Fenstern, dann zur Decke. Dann bedaure ich manchmal, kein Fernglas dabei zu haben, um die Details zu betrachten. Langsam nähere ich mich dann dem Altar, der ist ja leider meistens abgesperrt. Aber man kann ja trotzdem das ganze Kunstwerk betrachten. Natürlich habe ich in den meisten Fällen wunderschöne mittelalterliche Kunst vor mir: Jesus mit den Aposteln, Darstellungen seiner Taufe und seiner Auferstehung, in der Mitte das Kreuz. Aber um den tieferen Sinn oder auch um die besondere künstlerische Absicht des Baumeisters zu erfassen, braucht man dann doch einen Prospekt mit näheren Erläuterungen. Mir reicht es meistens, mir dazu meine eigenen Gedanken zu machen. Fotos mache ich keine. Ich finde, dass kein Handy und kein Fotoapparat die Atmosphäre einer Kirche erfassen kann. Für den Genuss eines Kirchenbesuchs braucht man nicht nur die Augen, sondern alle Sinne. Schön ist es auch, sich einfach für einen Augenblick in die Bank zu setzen und die Augen zu schließen. Dann fühle ich mich manchmal wie gestärkt mit Gottes Geist und kann gut wieder hinaus gehen.
Es grüßt Sie herzlich Ihre Pastorin Kerstin Popp