Das bild wurde uns von Photo Sliasthorp in Schleswig zur Verfügung gestellt.

Pastorin Kerstin Popp
Bahnhofstr.3
24850 Schuby

Tel.: 04621 / 4840050
email: popp@schuby.kkslfl.de

Liebe Gemeinde,
es hat schon immer diesen inneren Gegensatz gegeben, wenn es um die Weihnachtsgeschichte ging:
„Weihnachten – das Fest der Liebe“ Die Werbung hat wieder begonnen. Jeden Abend dürfen wir nun wieder diese kleinen Szenen zur Kenntnis nehmen, die das Weihnachtsfest als heile Welt unter dem Tannenbaum zelebrieren: Man schenkt sich funkelnden Schmuck oder aufwendig verpackte Schokolade und fällt sich dankbar lächelnd dafür um den Hals.
Diese heile Werbewelt hat mit der Zeit auch auf die Weihnachtsgeschichte abgefärbt: die Krippe mit dem Jesuskind ist in mildes Licht getaucht, Ochs und Esel schauen freundlich, Maria und Josef grüßen als glückliche Eltern, der Himmel ist vom Engelchor erleuchtet, die Hirten mit süßen Schafen anbetend davor…Hallo?
Maria und Josef hocken in dem dunklen Stall, weil sie kein Zimmer bekommen haben. Möchte irgendeine Frau unter diesen hygienischen Zuständen wie dort beschrieben ihr erstes Kind zur Welt bringen? Ohne den Beistand einer Hebamme? Wohl eher nicht. Und dann, kaum ist das glimpflich überstanden, folgt die Aufforderung zur Flucht.
Weil König Herodes alle Neugeborenen töten lassen will, können Maria und Josef nicht wieder nach Hause zurückkehren. Stattdessen wissen sie – mit einem neugeborenen Kind – nicht wohin. Wie mögen die beiden sich unterwegs wohl gefühlt haben? Darüber macht sich Weihnachten sicherlich niemand Gedanken, denn es ist ja ein Fest der Freude über die Geburt des Gottessohnes.
Aber in Anbetracht der vielen Menschen, die auf der Flucht sein werden, während wir Weihnachten feiern, sollten wir diesen Aspekt der Weihnachtsgeschichte vielleicht nicht ganz vergessen.
Mit herzlichen Grüßen, Ihre Pastorin Kerstin Popp